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Text 4 

 

 Geburtstage,

 Hochzeiten

 

 Auszüge

 aus

 Gedichten

 

 

 

 

Noch jung und frisch und doch erfahren,

noch ungestüm und doch gescheit –

so ist die Frau von fünfzig Jahren

in der Blüte ihrer Zeit.

 

Sie hat Familie und Beruf,

gefällt in Teilen und im Ganzen,

den Männern so, wie Gott sie schuf –

sie kann auf jeder Hochzeit tanzen.

 

Zu jung und schon als reif zu gelten,

zu alt, um noch naiv zu sein,

lässt sie sich nicht allzu selten

auf ein Abenteuer ein.

 

 

 

Nun bist Du siebzig Jahre alt,

doch man sieht es Dir nicht an,

bist attraktiv und wohlgestalt

und immer noch ein toller Mann,

 

hast trotz ereignisreicher Jahre

nur vereinzelt graue Haare.

 

Du bist ein Mann, der über sich

nicht gerne und nur selten spricht.

Du hältst Dich selbst gesund und frisch,

zu Ärzten gehst Du meistens – nicht!

 

Es ist gottlob noch immer Brauch,

dass Paare, die sich gut verstehen,

zum Standesamt, zur Kirche auch,

mit der Überzeugung gehen,

 

Weg und Steg durch alle Zeiten

nun gemeinsam zu beschreiten.

 

Das war für Euch jetzt an der Zeit,

zumal Ihr guter Hoffnung seid.

 

Wer Euch kennt, ist sicher -fast-

dass Ihr zueinander passt,

und dass sich sicher wenig findet,

das Euch beide nicht verbindet.

 

 

 

Es steht nicht jedes junge Paar,

und sei die Liebe noch so heiß,

im Standesamt und am Altar,

weil man fürchtet, weil man weiß:

 

Man zieht nicht immer große Lose,

die Tombola ist voller Nieten;

Ehen gehen in die Hose,

jede dritte wird geschieden.

 

Jede zweite ist nicht glücklich.

und hält, der Streiterei zum Hohn,

weil Scheidung teuer, wenn auch üblich,

oder nur aus Tradition.

 

Doch Eure Ehe wird hingegen

ein festes Band der Zweisamkeit

aus Glück und Leidenschaft - fürs Leben,

für jetzt und für die Ewigkeit.